Dies ist der Bericht unserer ersten Maledivenreise, die mein Mann und ich (beide 40) zusammen mit einem befreundeten Ehepaar über Trauminselreisen in München gebucht haben. Es sollten zwei verschiedene Inseln in den zwei Wochen sein, Dank Frau Därr von TIR sind wir dann auf die Kombination Kandoludu und Rihiveli gekommen, eine gute Wahl!
Wir hatten nach Kandoludu einen Speedboat Transfer via Kuramati gebucht, ich kann im Nachhinein nur zum Wasserflugzeug raten, denn die See war doch sehr rau, das Kuramati Boot (grosser Katamaran) hatte nur Sitzmöglichkeiten Innen, aussen wäre man wohl auch sofort über Bord geschleudert worden. Die Überfahrt nach Kuramati dauerte 2 lange unangenehme Stunden, es wurden einige Tüten an die Passagiere verteilt. Von Kuramati aus ging es nochmal 45 Minuten lang bis nach Kandoludu weiter, da wir ab da innerhalb des Atolls waren, durften wir diese Überfahrt aber wenigstens an Deck bestreiten, wir waren die einzigen Gäste für Kandoludu.
Bungi:
Wir hatten die Nummer D2 und D3, D2 war für unsere etwas sonnenempfindlicheren Freunde genau das richtige, da die Terasse etwas verborgen hinter einer grünen Hecke liegt (kaum Meerblick), wir haben das uneingeschränkte Panorama des Meeres und seiner vielen Farben von D3 aus genossen. Die Bungalows haben uns sehr gut gefallen, das Badezimmer ist fantastisch. Wasserbungalows haben wir nur von aussen gesehen, hat mich nicht vom Hocker gehauen, die Standardbungalows sahen altbacken aus. Zusätzlich hat man noch die ehemaligen Massagenungalows zu Standbungis umgebaut, war nicht schlecht, innen wohl grösser als unsere, aber eben die schon in anderen Berichten genannten Bastzäune und die Dusche im Blickfeld haben den Eindruck doch etwas verdorben. Ich glaube, man war dabei, die Open Air Duschen wieder wegzureissen, um das ganze etwas weniger verbaut wirken zu lassen.
Essen:
Das Essen war exzellent, hervorzuheben ist sicherlich das Abendessen.
Es gab an jedem Abend 3 Hauptgerichte zur Auswahl, Fleisch, Fisch, Vegetarisch, dazu Vorspeise und Nachspeise (Orangencreme, super lecker!), es war immer für jeden etwas dabei. Das Restaurant ist abends recht stimmungsvoll, man sitzt schön, in unserer Woche wurde es zum Ende hin zunehmend voller aber nie beengt. Gleich am ersten Abend gab es ein Buffet am Strand mit Fackeln und Kerzen, sehr schön. Leider hat an anderen Tagen das Wetter nicht mehr mitgespielt, das angekündigte Seafood Buffet fiel aus.
Auch zum Mittagessen sind wir häufig im Restaurant gewesen, die Gerichte waren lecker aber sehr teuer.
Das Frühstück war für unser Empfinden gut und reichlich, man konnte sich die Zubereitung seiner Eierspeise via Checkliste zusammenstellen. Dazu gab es diverse süsse Teilchen und immer ein Curry-Reis Gericht und einen leckeren Mozarella Salat, Wurst, Käse, Marmelade etc.
Wir hatten HP gebucht, durch das häufige Mittagessen und einige bestellte Flaschen Wein (recht gute Auswahl) kamen wir am Ende der Woche auf über 500 $ Zusatzkosten (inkl. 1x Nachtschnorcheln) für uns als Paar. Das ist natürlich schon happig.
Schnorcheln:
Wie anderorts ja schon beschrieben, das Hausriff ist ein Traum, man kann sich nicht satt sehen. Wir haben täglich Haie und eine Schildkröte gesehen und natürlich bunter Fische, spektakuläre Korallenformationen, you name it!. Das Nachtschnorcheln war für mich Geldverschwendung, ich habe nix gross gesehen und fand es ziemlich enttäuschend und auch kalt. Meine Mitstreiter waren näher an der Tauchlehrerin/Führerin dran und haben etwas mehr mitbekommen, so richtig vom Hocker hat es keinen gehauen.
Mit unserem Freund habe ich einmal die Insel schnorcheln umrundet, ich kann davon nur abraten. Ich bin eine sehr gute Schwimmerin und sicherlich kein Weichei, aber die Strömung wird, wenn man von einem der Riffeinstiege nach links mit der Strömung treibt, ab der Schiffsanlegestelle zur Gegenströmung, mit ganz schönem Wellengang. Dies geht ab dem Steg bis ganz rum um die Wasserbungalows und das war ein langer Weg, da das Riff einen ziemlich grossen Schlenker in Richtung offenes Meer macht. Man muss mit den Flossen (ein absolutes Muß am Riff, muß jeder Touri beim Schnorcheln anhaben) permanent paddeln um überhaupt weiter zu kommen. Die Tour war sehr anstregend und hat weit über eine Stunde gedauert und wir hatten ab den Wasserbungalows nur noch das Ziel, sicher bis zum ersten Einstieg zu kommen und sind wirklich so schnell es geht geschwommen. Wir hatten noch versucht, über die Korallen bei den Wasserbungalows rauszukommen, aber es ist einfach zu niedrig, man schlitzt sich nur den Bauch auf, insbesondere bei starkem Wellengang recht gefährlich. Mehr als im Bereich der Einstiegsstellen haben wir bei dieser Tour an anderen Stellen des Riffs auch nicht gesehen, es lohnt sich also nicht.
Empfehlenswert ist der erste Einstieg am kleinen Bootssteg und von dort aus nach links bis zur Ari Explorer.
Direkt vor den Beach Bungis ist die Brandung meist recht stark gewesen, trotzdem ist auch dort zwischen den Korallen viel zu sehen gewesen, u.a. ein grosser Stachelrochen und eine Schildkröte.
Gefahrlos schwimmen kann man auf Kandoludu am besten vor dem Restaurant bei Flut, aber eine Insel zum Planschen ist Kandoludu einfach nicht.
Ausflüge
Wir haben einmal eine Sunset Cruise auf der Ari Explorer mitgemacht, leider hat das Wetter nicht mitgespielt und wir haben keinen Sonnenuntergang gesehen und mußten wegen rauher See umdrehen. Naja, andere Touris haben erzählt, die Tour sei recht schön und man sähe häufig Delfine.
Wetter
Das Wetter war generell recht gut, allerdings sehr windig, do daß an 3-4 Tage die Sonnenschirme nicht geöffnet werden konnten. Gerade in der Mittagshitze hiess es somit, im Bungalow bzw auf der beschatteten Terasse zu sitzen, auf der Sonnenliege ist man verbrutzelt.. Meist abends hat es sich dann zugezogen, wir hatten mehrere Abende heftige Gewitter und Regen, einen Abend mußten wir von unserem Tisch am Strand ins Restaurant flüchten. Alles in allem vor allem tagsüber aber sehr schön. Von anderen Leuten habe ich gehört, daß die Woche danach wohl sehr bewölkt und durchwachsen gewesen sein muß.
Weiterreise:
Nach einer Woche hies es Abschied nehmen, um 4.30 h morgens (!)wurden wir geweckt um um 5.30 h mit dem Boot nach Mayafushi gebracht zu werden, von wo es dann mit dem
Wasserflugzeug nach Male und von dort aus per Boot nach Rihiveli weitergehen sollte. Im Endeffekt sind wir dann erst gegen 6.15 h morgens von der Insel weggekommen und mußten auf Mayafushi nochmals über eine Stunde auf das Flugzeug waren. Die wenigen Minuten im Wasserflugzeug waren ein Highlight und echtes Erlebnis, ich kann es nur empfehlen. Schon der Anflug des Wasserflugzeugs auf Mayafushi, knapp über die Bungalows drüber und die Landung des knalltroten Fliegers im türkisfarbenen Wasser war spektakulär. In Male ging es via Shuttlebus zurück zum Terminal und dort wartete bereits ein Scout von Rihiveli auf uns. Die Überfahrt nach Rihiveli erfolgte im kleinen Sportboot und war wesentlich angenehmer, Dauer ca. 1 h, davon waren wir aber 90 % der Zeit im Inneren des Atollrings, das Wasser war recht ruhig. Als wir uns Rihiveli näherten, konnten wir die türkisfarbene Lagune schon von weitem sehen, die Farbenpracht war das beste in der Hinsicht, was ich je gesehen habe.
Rihiveli ist eine langgezogene, sichelförmige Insel an der Südspitze des Süd-Male Atolls, bei deutschen Touristen ziemlich unbekannt, da nur Trauminselreisen diese Insel meines Wissens auf dem Deutschen Markt anbietet. Und das ist auch gut so, denn so behält diese Insel ihren francofilen Touch und Charm.
Es spricht keiner dort Deutsch, das muß man wissen, DIE Inselsprache ist französisch, fast alle Angestellten kommen aus Frankreich, 95 % der Gäste sind Franzosen, der rest Italiener. Wir waren die einzigen Deutschen, aber gerade das hatte was. Die Verständigung in englisch hat gut geklappt.
Bungalows
Wir hatten, Dank Frau Därr von Trauminselreisen, die beiden neuen Deluxbungalows mit dem Namen Endeeri und Espardon bekommen, die gleich am Anfang des Strandes, nahe des Steges liegen, Sie sind noch nicht so schön zugewachsen wie die anderen Bungis, dafür aber grösser, moderner und schöner eingerichtet. Es gibt eine openair Dusche in einem kleinen Gärtchen plus eine Normale Dusche und separates WC, ansonsten eine überdachte Terasse mit Sitzmöbeln, Hängematte und zwei Sonnenliegen unter einem Strohschirm. Die Standardbungalows haben wohl keine openair Dusche, und sind lt. einer der Angestellten kleiner und weniger ansprechend möbliert, von aussen sahen sie auch schnuckelig aus.
Rihiveli ist ein 3,5 Sterne Insel und im Vergleich zu den 4,5 Sternen von Kandoludu geht diese Wertung auch voll in Ordnung. Alles ist eher rustikal, weniger "hipp", was den Charakter dieser Insel und ihr Motto "no news no shoes" nur noch mehr unterstreicht. Ein Flachbild-TV wie auf Kandoludu wäre hier sicher fehl am Platz. Rihiveli bietet eine wunderschöne Lagune und, das ist das Markenzeichen, zwei unbewohnte Inseln auf der Rückseite der Insel, zu denen man hinwaten oder per Kajak hinfahren kann. Eine der beiden Inselchen hat eine bei Ebbe sehr lange Sandbank, die sich schneeweis aus dem türkisfarbenen Wasser schlängelt, ist auch auf jeder zweiten Postkarte, die man auf den Malediven kaufen kann, zu sehen.
Essen
Das Essen auf Rihiveli ist vielleicht nicht so raffiniert wie auf Kandoludu, aber unverschämt gut. Mittags gab es immer Buffet oder alternativ die Möglichkeit, auf der unbewohnten Insel gerillten Fisch zu essen. Hierzu mußte man sich auf einer Liste beim Frühstück eintragen, die max. Personenanzahl ist begranzt. Da unser Freund kein Fischesser ist, haben wir es nie gemacht, soll aber gut sein. Im Restaurant gab es immer ein sehr gutes Salatbuffet und dann verschiedene Gerichte, sei es Pasta, oder Hamburger, Pizza, Currys, Fisch etc. Abends hat es im Wechsel ein festes Menü gegeben oder Buffet oder einmal einen Barbeque Abend, das was auch schön.
Da auf der Insel wesentlich mehr Gäste sind (ich glaube es gibt 48 Bungalows) ist die Stimmung im Restaurant wie auch sonst auf der ganzen Insel nicht so intim oder romantisch wie auf Kandoludu, sondern eher gesellig, nach dem Essen geht es zum Café au Lait in die Bar, in der man auch seinen Sundowner vor dem Essen einnimmt. Französisches Savoir Vivre eben.
Die ganze Insel "tickt" etwas anders als andere Inseln, bei Ankunft am Steg werden erstmal die Schuhe eingesammelt und in einen Beutel gepackt, wer sein Bettzeug getauscht haben will, muß eine grosse Kokosnuss aufs Bett legen, das Mittwagessen (feste Zeiten, wer zu spät kommt hat Pech gehabt) wird durch das Blasen einer Conch Muschel eingeläutet, es gibt nur 8er und wenige 6er Tische und man setzt sich wie man will, so kommt man mit recht vielen Gästen ins Gespräch, wenn man denn französisch oder englisch spricht. Die meisten Gäste sind Wiederholungstäter, man kennt sich oftmals, auch die Angestellten sind wohl anders als auf anderen Inseln schon sehr lange dort und kennen viele Gäste. Für die, die 3x oder öfters hierherkommen, wird der Name des Gastes in einen bunten Holzfisch geschnitzt und dieser an einem Art Totempfahl aufgehängt. Man hat die Möglichkeit, mit den Angestellten Tee und Kuchen im Staffquarter zu sich zu nehmen, haben wir aber nie mitgemacht.
Rihiveli ist sicherlich eher eine Insel für den etwas aktiveren Urlauber, was mir nach einer Woche Nichtstun ausser Schnorcheln sehr gelegen kam. Es wird alles Erdenkliche an Wassersport kostenlos angeboten, zweimal am Tag fährt ein Schnorchelboot verschiedene Plätze an (nicht sehenswert, wenn man vom Kandoludu Hausriff verwöhnt ist), es gibt ganztägige Ausflüge, Katamaran Segeln inkl. Unterricht, Windsurfen und WASSERSKI FAHREN. Letzteres habe ich versucht und mich in den 7 Tagen zum passablen Wasserskifahrer gemausert. Hat echt Spass gemacht und das noch gratis! Tauchkurse und Ausflüge gibt es natürlich auch, wir tauchen aber nicht, daher kann ich nichts weiter dazu sagen.
Das Wetter war wesentlich beständiger als auf Kandoludu, lediglich der letzte Tag vor dem Abreisetag war etwas verregnet, das war ein wenig schade.
Wir haben gigantische Sunsets erlebt auf Rihiveli, wirklich sehr spektakulär.
Abschließend kann ich nur sagen, daß Rihiveli ein ganz toller Tipp war, ich habe mich trotz bescheidener Französischkenntnisse sehr wohl gefühlt, die französischen Touristen haben sich alle Mühe gegeben, mit uns in Englisch zu kommunizieren und waren wirklich aufgeschlossen uns gegenüber.
Preislich gesehen ist die Insel in Anbetracht dessen, was im Preis inbegriffen ist, ein wirklich günstiges Angebot, auch wenn der Grundpreis im Vergleich zu anderen Resorts gleicher Kategorie um einiges höher liegt. Das Konzept dieser Insel stimmt, ich würde auf jeden Fall noch einmal hier Urlaub machen. Kandoludu ist sicherlich eleganter, intimer, da auch wesentlich kleiner, und durch das tolle Hausriff natürlich auch eine Reise wert. Die Kombination beider Inseln hat sich für uns als gute Wahl entpuppt, da die beiden Eilande so unterschiedlich sind und sich dadurch sehr gut ergänzen.
Übrigens, ein ehemaliger Rihiveli Angestellter hat seit einiger Zeit ein Resort nach dem Vorbild von Rihiveli auf einer Insel vor Madagaskar eröffnet, lt. Aussage des Rihiveli Managers Tom muß es dort wunderschön sein. Buchbar auch über Trauminselreisen.
Frohes Fernweh,
Corinne & Stephen Sanders, Kaidenbourg